Cheatday

Am 11. Mai war der „Iss – was - du - willst -Tag“.

Ach, was gibt es nicht alles für verrückte Mottotage: den Tag der Blockflöte, den Tag des Pfützenspringens, den Internationalen Tag der Jogginghose (Was würde Karl Lagerfeld dazu sagen?) und jährlich am 11. Mai den „Iss - was - du - willst -Tag“.

 

Was steckt dahinter?

Viele Menschen können oder wollen einfach nicht einfach nur das essen, was ihnen schmeckt. Die Beweggründe sind Themen wie Figur, Gesundheit, sportliche Perfomance, Allergien und Unverträglichkeiten oder ethische Gesichtspunkte. Am, aus den USA stammenden, „Iss - was - du - willst -Tag“ darf geschlemmt werden - einfach essen und genießen, was schmeckt. Einen Tag lang keinen Stress mit den oftmals selbst auferlegten, zum Teil dogmatischen Einschränkungen: 100% vegan, 100% glutenfrei, fettarm, low-carb…

 

Der Cheat Day

Fitnesstreibende, die schon mal Diät gehalten haben, um lästige Pfunde bzw. überflüssiges Körperfett loszuwerden, kennen vielleicht das Prinzip des Cheat Days - gut übersetzt mit Schummeltag. Der Klassiker ist: an sechs Tagen wird strenge Diät gehalten und am siebten Tag ist dann Cheat Day. Pasta, Soßen, Desserts, süße Zwischenmahlzeiten, Alkohol – alles ist erlaubt. Die Grundidee ist gut. Der Mensch ist ein anpassungsfähiges Wesen und auch unser Stoffwechsel passt sich an eine kalorienreduzierte Kost an und lernt, mit weniger auszukommen. Diese Fähigkeit war über Millionen von Jahren eine Schlüsselkompetenz des Organismus, damit wir in dürftigen Zeiten überlebten. Der wöchentliche Cheat Day soll zum einen dafür sorgen, dass unser Stoffwechsel nicht „einschläft“ und durch Schoki, Kuchen & Co. auf Trab gehalten wird. Zum anderen sollen Essgelüste befriedigt werden, bevor der Diäthaltende von ihnen hoffnungslos übermannt wird.

 

Kritik am Cheat Day

Es gibt nicht viele Fragen, wo sich die Ernährungswissenschaftler weitestgehend einig sind, aber bei diesem Thema schon. Um abzunehmen, braucht es ein Energiedefizit, eine negative Kalorienbilanz oder anders ausgedrückt: wir müssen weniger essen als wir verbrauchen. Für das langsame Abnehmen wird häufig ein Kaloriendefizit von nur 200 bis 300 kcal pro Tag empfohlen. Und jetzt wird es mathematisch. Wir rechnen am Beispiel Sandra, die sechs Tage jeweils 250 kcal weniger gegessen als verbraucht hat. Dies macht ein Kaloriendefizit von 1.500 kcal. Und jetzt kommt der Cheat Day. Morgens dick Nuttella aufs Brötchen. Dann darf es am Cheat Day gerne auch eins mehr sein. Mittags dann Pasta mit Sahnesauße und danach ein leckeres Dessert. Nachmittags dann Kuchen oder Eis und zur Pizza abends wird noch ein Flache Wein geöffnet. Die Chips abends bilden dann den Abschluss der kleinen Schlemmer-Orgie. Je nach Größe der Portionen hat Sandra sich an einem einzigen Cheat Day die komplette Kalorienreduktion wieder aufgeholt und damit auch den ganzen Wochenerfolg zunichte gemacht -und das passiert oft genug.

 

Die Alternative - das Cheat Meal

Besser als ein ganzer Cheat Day, der gerade nach einer Woche voller Disziplin und Entbehrungen schnell ausarten kann, ist das Cheat Meal. Unser Tipp: cheatet nicht einen ganzen Tag, das kann leicht zum Kontrollverlust führen und euren ganzen Wochenerfolg ruinieren. Cheatet stattdessen je nach Fortschritt und Verlangen ein bis zwei Mahlzeiten pro Woche. Plant, was ihr in welchen Mengen genießen wollt.

Beobachtet ganz bewusst, wie sich das cheaten auf euren Heißhunger und eure Esslust auswirkt. Hier ticken wir äußerst unterschiedlich. Bei manchen von uns helfen kleine Sünden um Fressattacken zu mindern.

Bei anderen ist es aber genau umgekehrt. Zuerst entwöhnen wir uns z.B. von Zucker und wenn wir gerade übers Gröbste hinweg und nicht mehr ständig nach Süß lechzen, füttern wir mit einem Riegel oder einem Teilchen vom Bäcker die Lust auf Süßes wieder an. Hier entsteht also durch das Cheaten wieder Lust auf Süßes, die man nach einigen Tagen Entzug ganz gut im Griff hat.

Unser Tipp: beobachtet euch selbst und trefft dann eine ganz bewusste Entscheidung, welcher Weg für euch erfolgsversprechender ist.

 

WOF Anlagen: